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Hungersnot bekämpfen

Am Horn von Afrika hungern mehr als 10 Millionen Menschen. Aber nicht nur dort ist die Situation dramatisch. Das World Food Programme (WFP) der Vereinten Nationen veröffentlicht auf seiner Website eine Hunger Map, die zeigt, in welchen Ländern besonders viele Menschen von Hunger betroffen sind: WFP Hunger Map download (PDF)

Weltkarte des Hungers

Hier kann gespendet werden.

C wie Krise

Die Plakatierung hat begonnen titelt die CDU Mecklenburg-Vorpommern, denn es “geht um die Zukunftsfähigkeit unseres Landes”. Ab sofort wird also zurück geklebt. Und da es um nichts Geringeres als die Zukunft geht, darf das Düwodela (dümmstes Wortspiel des Landes) auf den Plakaten entsprechend viel Platz einnehmen:

C wie Zukunft. Damit ist alles gesagt.

C wie Zukunft

Was viele übersehen haben, die die kleine Landespartei jetzt mit Hohn & Spott überziehen: Die Herren in den organgefarbenen Jacken auf dem Pressefoto der CDU benutzen einen grünen Besen, um das Plakat zu befestigen. Was hat das nur zu bedeuten?

WWFacebook – Schweigen ist gold

Facebook ist bekanntlich mit großer Vorsicht zu behandeln – zu schnell kann sich Negativkritik verbreiten und die eigene Marke beschädigen.

So ist es für eine NGO, nehmen wir zum Beispiel den WWF, einerseits natürlich toll, über 56.000 Facebooknutzer als „Fans“ zu haben, die dann jeden Post mit einem „like“ und einem wohlwollenden Kommentar beklatschen.

Andererseits kann diese hohe Zahl von „Fans“ bedrohlich wirken, wenn die Stimmung umschlägt, weil zum Beispiel eine Doku im TV zur besten mitternächtlichen Sendezeit läuft, die vermeintliche Machenschaften dieser NGO aufzeigt.

„Wir müssen uns der Kritik stellen,….“ wird beim morgendlichen Krisenmeeting nach der Ausstrahlung der Dokumentation in die verzweifelte Stille geschrien, „…aber es soll nicht jeder Idiot seinen Senf abgeben können, geschweige denn lesen, was die anderen so an Mist über uns verzapfen.“

Was also tun? Man veröffentlicht einen Faktencheck als Gegenveröffentlichung auf der eigenen Website und lädt zum Chat mit einem Verantwortlichen ein. Der Chat wird aber nur umständlich als Kommentarstream umgesetzt, das grenzt schon mal ein paar Leute aus und – ganz wichtig – auf Facebook findet keine Erwähnung statt. Nichts. Null. Nothing.

Die Pinnwand der eigenen Facebookpage bleibt so konfiguriert, dass die Nutzer beim Besuchen der Seite nur die Posts der NGO sehen. „Fans“ können zwar ihrem Frust freien Lauf lassen und Posts an die Pinnwand schreiben (was sie auch fleißig machen), das wird aber keine Sau sehen!

So schafft es der WWF tatsächlich, den ganzen Tag über offziell auf Facebook zu schweigen und die Wut der eigenen Anhänger hinter einem Vorhang zu kanalisieren. Hut ab.

Der WWF wird das wahrscheinlich so aussitzen. Daran können sich ein paar Unternehmen, die mit Reputationsproblemen zu kämpfen haben, ein Beispiel nehmen.

wwf on facebook

wwf facebook page am 23.6. 2011 um 17.54.19

Update 26. Juni

Der WWF kann das nicht aussitzen. Nach dem Faktencheck und dem  sogenannten Chat auf der Webseite des WWF (der nur aus dem Aneinandereihen von Kommentaren und Gegenkommentaren bestand) und dem Versuch (mit dem mittlerweile wieder gelöschten) Twitterkanal @WWF_Antwortet den Protest und die Empörung zu kanalisieren, begann der WWF mehr als 24 h nach der Ausstrahlug im TV mit Gegen-PR auf der Facebook-Pinnwand. Allerdings geht die fast unter, denn nahezu im Minutentakt machen die Leute auf der Pinnwand des WWF ihrer Enttäuschung Luft. Der WWF hat keine Antworten auf die wirklich schwerwiegenden Vorwürfe, die in der Doku erhoben werden. Man versucht, mit dem Herummäkeln an handwerklichen Fehlern, die Aussagen im Film herunterzuspielen. Es geht gar nicht um die Frage, wann welcher Häuptling welches Interview gab. Es geht um die Frage, welche Rolle der WWF beim internationalen Greenwashing spielt. Ist der WWF der Anwalt der Natur oder vertritt er die Interessen rücksichtsloser Großkonzerne? Zunächst trifft es den WWF Deutschland mit aller Wucht. Bald werden auch die anderen Ländervertretungen des WWF mit Fragen konfrontiert werden. Auf der Facebookseite des WWF worldwide (mit mehr 660.000 “Fans”), trudeln seit zwei Tagen die Posts der deutschen Facebooknutzer ein…

WWF Facebookpage

Was keine Zukunft hat

Heute: Der QR Code, denn: “This is a dead-end technology.”, schreibt Dave Wieneke auf AdAge.

Positiv denken. Positiv handeln.

Das Wahljahr 2011 wird schlimm. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Politiker und die sie beratenden Agenturen wieder an die niederen Instinkte der Wählerinnen und Wähler appellieren werden. Die Grünen werden zur Volkspartei und kümmern sich nicht weiter um programmatische Aussagen. Es reicht, wenn der durch demoskopische Aufwinde bedingte Höhenflug einfach anhält und die Freundinnen und Freunde ab und zu in der Tagesschau ein paar grüne Schilder hochhalten.

Renate Künast trampt nach Berlin

Wie damals die Tramper am Straßenrand, die aber niemand mitnehmen wollte. Mit Politik hat das nichts zu tun.

Die CDU/CSU wir in diesem Jahr, das darf als sicher gelten, die Sarahpalinisierung des deutschen Wahlkampfs vorantreiben. Wobei hier nicht ganz sicher ist, ob da immer eine ausgeklügelte Strategie einer Agentur dahintersteckt, denn so schlecht, so stumpf, so blöde können eigentlich nur Politiker sein, die nach dem Motto handeln: Any press is good press. Besonders Generalsekretäre sind prädestiniert, so schlimme Machwerke wie diesen Trickfilm auf youtube hochzuladen:

Das Land lacht über diesen Schwachsinn und Herr Dobrindt, geschäftsführender Generalsekretär der Bayerischen CSU freut sich über die Häme, denn any press und so weiter. Mit Politik hat das freilich nichts zu tun.

Genauso wenig, wie die Kampagne für die Spitzenkandidatin der FDP für die kommenden Wahlen zum Hamburger Senat. Klar, die Frau hat keine Chance. Niemand kennt sie, und dann ist sie auch noch in der falschen Partei, um in Hamburg Karriere zu machen. Darum muss man sich auch nicht weiter um Inhalte kümmern, sondern verlässt sich auf esoterische Erfahrungen. Schließen Sie die Augen. Denken Sie positiv. Dann wird alles gut. Da kann man nur mit Peter Lustig antworten: Abschalten!

Nachtrag: SPD vergessen. Ein Zufall war das nicht.